Ein guter Inklu­si­ons­schwimm­leh­rer weiß, dass alle Kin­der nach den­sel­ben grund­le­gen­den Prin­zi­pi­en schwim­men ler­nen. Der Weg dort­hin kann indi­vi­du­ell sein – die Basis bleibt jedoch gleich: die Ent­wick­lung der fünf Grund­fä­hig­kei­ten im Was­ser.

Die­se sind:

  • Atmen
  • Tau­chen
  • Sprin­gen
  • Schwe­ben
  • Glei­ten

Die­se Fähig­kei­ten bil­den die Grund­la­ge für Was­ser­ge­wöh­nung, Was­ser­si­cher­heit und spä­te­res Schwim­men­ler­nen – unab­hän­gig davon, ob ein Kind mit oder ohne Behin­de­rung lernt.

Ein guter Inklu­si­ons­schwimm­leh­rer ver­steht dabei, dass siche­res Schwim­men nicht mit einer per­fek­ten Schwimm­tech­nik gleich­zu­set­zen ist. Sicher­heit im Was­ser ent­steht nicht durch feh­ler­freie Arm- und Bein­be­we­gun­gen, son­dern durch das Ver­trau­en in die eige­nen Fähig­kei­ten und das Ver­ständ­nis der Eigen­schaf­ten des Was­sers.

Kin­der müs­sen erfah­ren:

  • ✔️ Das Was­ser trägt mich.
  • ✔️ Ich kann atmen und unter­tau­chen.
  • ✔️ Ich kann ins Was­ser sprin­gen und wie­der auf­tau­chen.
  • ✔️ Ich kann schwe­ben und glei­ten.
  • ✔️ Ich kann mich selbst­stän­dig im Was­ser bewe­gen.

Wie die­se Fort­be­we­gung aus­sieht, ist zunächst zweit­ran­gig. Ob Brust­schwim­men, Rücken­schwim­men oder eine indi­vi­du­el­le Bewe­gungs­form – ent­schei­dend ist, dass sich das Kind sicher, selbst­stän­dig und angst­frei im Was­ser bewe­gen kann.

Ein guter Inklu­si­ons­schwimm­leh­rer rich­tet sei­nen Fokus des­halb auf Was­ser­kom­pe­tenz statt Tech­nik­per­fek­ti­on. Er schafft Lern­be­din­gun­gen, in denen jedes Kind Erfolgs­er­leb­nis­se sam­meln kann und die Mög­lich­keit erhält, sein eige­nes Ver­trau­en ins Was­ser auf­zu­bau­en.

Genau dar­in liegt der Kern inklu­si­ver Schwimm­päd­ago­gik: Alle Kin­der ler­nen nach den­sel­ben Prin­zi­pi­en, aber jedes Kind darf sei­nen eige­nen Weg fin­den, die­se Fähig­kei­ten zu ent­wi­ckeln.

Wenn du Inklu­si­ons­schwimm­leh­rer wer­den möch­test, bie­tet der Deut­sche Schwimm­leh­rer­ver­band (DSLV) eine spe­zi­el­le Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on an: „DSLV geprüfte*r Inklusionsschwimmlehrer*in“. Die­se Wei­ter­bil­dung rich­tet sich an bereits aus­ge­bil­de­te Schwimm­leh­re­rin­nen und Schwimm­leh­rer, die Men­schen mit Behin­de­run­gen pro­fes­sio­nell im Was­ser beglei­ten und unter­rich­ten möch­ten.

Vor­aus­set­zun­gen

Für die Zulas­sung benö­tigst du eine abge­schlos­se­ne Schwimm­leh­rer­aus­bil­dung mit min­des­tens 60 Unter­richts­ein­hei­ten (UE). Mit einer abge­schlos­se­nen Aus­bil­dung zum Schwimm­leh­rer­as­sis­ten­ten von min­des­tens 30 UE kann an der­sel­ben Aus­bil­dung teil­ge­nom­men wer­den, sie wird dann aber mit dem Inklu­si­ons­schwimm­leh­rer­as­sis­ten­ten abge­schlos­sen.

Auf­bau der Aus­bil­dung

Die Qua­li­fi­zie­rung umfasst ins­ge­samt 36 Unter­richts­ein­hei­ten und besteht aus:

  • 24 UE Online-Selbst­stu­di­um über eine Lern­platt­form
  • 8 UE Theo­rie in Prä­senz
  • 4 UE Pra­xis im Was­ser mit prak­ti­schen Übun­gen und Begeg­nun­gen mit Kin­dern bzw. Men­schen mit Beein­träch­ti­gun­gen
  • einem digi­ta­len Auf­takt­mee­ting vor Beginn der Aus­bil­dung

Inhal­te

Die Aus­bil­dung ver­mit­telt Wis­sen über die gän­gigs­ten Beein­träch­ti­gun­gen und deren Aus­wir­kun­gen auf den Bewe­gungs­raum Was­ser.

Ein beson­de­rer Schwer­punkt liegt dar­auf, Berüh­rungs­ängs­te abzu­bau­en und Sicher­heit im Umgang mit Men­schen mit Behin­de­run­gen zu gewin­nen. Der DSLV betont aus­drück­lich, dass kei­ne star­ren Kon­zep­te ver­mit­telt wer­den, son­dern Hand­lungs­si­cher­heit und Pra­xis­er­fah­rung.

War­um die­se Qua­li­fi­ka­ti­on sinn­voll ist

Der Bedarf an inklu­si­ven Schwimm­an­ge­bo­ten wächst. Vie­le Schwimm­lehr­kräf­te füh­len sich im Umgang mit Kin­dern und Erwach­se­nen mit Behin­de­run­gen noch unsi­cher. Genau hier setzt die DSLV-Aus­bil­dung an und ver­mit­telt die fach­li­chen und päd­ago­gi­schen Grund­la­gen, um Schwim­men für alle zugäng­lich zu machen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und die Bewer­bungs­un­ter­la­gen fin­dest du auf der Sei­te zur Aus­bil­dung: DSLV geprüfte*r Inklusionsschwimmlehrer*in

Vie­le Eltern von Kin­dern mit Beein­träch­ti­gun­gen wün­schen sich für ihr Kind vor allem eines: dazu­ge­hö­ren. Gleich­zei­tig stel­len sie sich die Fra­ge, ob ein Kurs den indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen ihres Kin­des gerecht wer­den kann. Genau hier kön­nen inklu­si­ve Eltern-Kind-Kur­se eine wert­vol­le Unter­stüt­zung sein.

Wenn Eltern sich Begeg­nun­gen auf Augen­hö­he wün­schen

Kin­der mit und ohne Beein­träch­ti­gung spie­len, ent­de­cken und ler­nen gemein­sam. Dadurch ent­ste­hen natür­li­che Kon­tak­te, die zei­gen: Jedes Kind ist ein wich­ti­ger Teil der Gemein­schaft.

Beson­ders wert­voll ist dabei die Kon­ti­nui­tät

Wäh­rend Kin­der ohne Beein­träch­ti­gung die Grup­pe häu­fig alters- oder ent­wick­lungs­be­dingt ver­las­sen und neue Kin­der hin­zu­kom­men, kön­nen Kin­der mit Beein­träch­ti­gung oft über einen län­ge­ren Zeit­raum in der­sel­ben Grup­pe blei­ben. So erhal­ten sie die Zeit, die sie für ihre Ent­wick­lung benö­ti­gen. Sie kön­nen in ihrem eige­nen Tem­po ler­nen, Bezie­hun­gen auf­bau­en und Erfah­run­gen sam­meln – ohne Druck und ohne stän­dig mit Erwar­tun­gen oder Ver­glei­chen kon­fron­tiert zu wer­den.

Wenn das Kind sozia­le Erfah­run­gen sam­meln möch­te

Durch die wech­seln­de Grup­pen­zu­sam­men­set­zung ent­ste­hen immer wie­der neue Begeg­nun­gen und Lern­mög­lich­kei­ten. Gleich­zei­tig bie­tet die ver­trau­te Umge­bung Sicher­heit und Ori­en­tie­rung. Kin­der kön­nen ihre Fähig­kei­ten fes­ti­gen, Erfol­ge erle­ben und mit Freu­de Neu­es aus­pro­bie­ren.

Wenn Eltern Unter­stüt­zung und Aus­tausch suchen

Der Kon­takt zu ande­ren Fami­li­en kann Mut machen, neue Per­spek­ti­ven eröff­nen und das Gefühl ver­mit­teln, mit den eige­nen Her­aus­for­de­run­gen nicht allein zu sein.

Wenn die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men

Ent­schei­dend ist, dass die Kurs­lei­tung auf unter­schied­li­che Bedürf­nis­se ein­ge­hen kann, aus­rei­chend Zeit mit­bringt und Ange­bo­te fle­xi­bel gestal­tet. Inklu­si­on bedeu­tet nicht, dass alle Kin­der das­sel­be tun müs­sen, son­dern dass jedes Kind auf sei­ne Wei­se teil­neh­men kann.

Fazit

Ein inklu­si­ver Eltern-Kind-Kurs bie­tet Kin­dern mit Beein­träch­ti­gung die Mög­lich­keit, sich in einer wert­schät­zen­den Gemein­schaft zu ent­wi­ckeln – mit Zeit, Freu­de und ohne Leis­tungs­druck. Wäh­rend ande­re Kin­der wei­ter­zie­hen und neue hin­zu­kom­men, dür­fen sie so lan­ge blei­ben, wie sie von der Grup­pe pro­fi­tie­ren. Dadurch ent­ste­hen Erfolgs­er­leb­nis­se, Selbst­ver­trau­en und das Gefühl: Ich bin genau rich­tig, so wie ich bin. 💛

Inklu­si­on beginnt nicht mit einer spe­zi­el­len Grup­pe oder einem beson­de­ren Kurs. Inklu­si­on beginnt mit der Hal­tung, dass jeder Mensch das Recht hat, am Schwim­men teil­zu­neh­men und Schwim­men zu ler­nen.

Vie­le Ver­ei­ne den­ken zunächst an zusätz­li­che Ange­bo­te für Men­schen mit Behin­de­run­gen. Oft ist der ers­te Schritt jedoch viel ein­fa­cher: Bestehen­de Ange­bo­te so zu gestal­ten, dass mehr Men­schen dar­an teil­neh­men kön­nen. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se:

Trai­ner und Übungs­lei­ter sen­si­bi­li­sie­ren und qua­li­fi­zie­ren

Fach­wis­sen schafft Sicher­heit. Fort­bil­dun­gen, wie bei­spiels­wei­se die Qua­li­fi­zie­rung zum Inklu­si­ons­schwimm­leh­rer beim Deut­schen Schwimm­leh­rer­ver­band e. V., hel­fen dabei, Berüh­rungs­ängs­te abzu­bau­en und Hand­lungs­si­cher­heit zu gewin­nen.

Offen auf Fami­li­en zuge­hen

Eltern wis­sen oft sehr genau, wel­che Unter­stüt­zung ihr Kind benö­tigt. Ein offe­nes Gespräch vor Kurs­be­ginn schafft Ver­trau­en und hilft, pas­sen­de Rah­men­be­din­gun­gen zu gestal­ten.

Den Fokus auf Was­ser­kom­pe­tenz legen

Alle Kin­der ler­nen über die­sel­ben Grund­la­gen: Atmen, Tau­chen, Sprin­gen, Schwe­ben und Glei­ten. Nicht die per­fek­te Schwimm­tech­nik steht am Anfang, son­dern die siche­re und selbst­stän­di­ge Bewe­gung im Was­ser.

Offe­ne Eltern-Kind-Kur­se als Bei­spiel für geleb­te Inklu­si­on

Ein nied­rig­schwel­li­ges und erfolg­rei­ches Modell sind offe­ne Eltern-Kind-Schwimm­kur­se. Hier ler­nen Kin­der gemein­sam mit ihren Bezugs­per­so­nen und kön­nen sich ent­spre­chend ihres indi­vi­du­el­len Ent­wick­lungs­stan­des mit dem Was­ser ver­traut machen. Sol­che Kurs­kon­zep­te ent­las­ten gleich­zei­tig die Trai­ner, da Eltern aktiv in den Lern­pro­zess ein­ge­bun­den sind und ihre Kin­der direkt unter­stüt­zen kön­nen. Dar­über hin­aus ent­ste­hen wert­vol­le Begeg­nun­gen zwi­schen Fami­li­en. Gera­de Eltern von Kin­dern mit beson­de­ren Bedürf­nis­sen erle­ben häu­fig, dass sie mit ihren Fra­gen und Her­aus­for­de­run­gen nicht allein sind. Der Aus­tausch unter­ein­an­der stärkt, schafft Gemein­schaft und för­dert gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung. Die Kin­der pro­fi­tie­ren davon, dass sie ohne Leis­tungs­druck und Ver­glei­che in ihrem eige­nen Tem­po ler­nen dür­fen.

Bar­rie­ren erken­nen und abbau­en

Manch­mal sind es nicht die Beein­träch­ti­gun­gen selbst, son­dern orga­ni­sa­to­ri­sche oder räum­li­che Hür­den, die eine Teil­nah­me erschwe­ren. Schon klei­ne Anpas­sun­gen kön­nen einen gro­ßen Unter­schied machen.

Viel­falt sicht­bar machen

Men­schen füh­len sich dort will­kom­men, wo sie sich wie­der­fin­den. Inklu­si­ve Bil­der, eine kla­re Will­kom­mens­kul­tur und eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zei­gen: Bei uns sind alle will­kom­men.

Schritt für Schritt wach­sen

Nicht jeder Ver­ein kann sofort alle Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen. Inklu­si­on ist ein Ent­wick­lungs­pro­zess. Wich­tig ist, den ers­ten Schritt zu gehen und Erfah­run­gen zu sam­meln.

War­um sich die­ser Weg lohnt

Inklu­si­ve Ver­ei­ne gewin­nen nicht nur neue Mit­glie­der. Sie schaf­fen Gemein­schaft, för­dern gegen­sei­ti­gen Respekt und ermög­li­chen Kin­dern und Erwach­se­nen wert­vol­le Erfah­run­gen im Mit­ein­an­der. Davon pro­fi­tie­ren letzt­lich alle Betei­lig­ten.

Inklu­si­on bedeu­tet nicht, für ein­zel­ne Men­schen etwas Beson­de­res anzu­bie­ten. Inklu­si­on bedeu­tet, Ver­eins­le­ben so zu gestal­ten, dass mög­lichst vie­le Men­schen selbst­ver­ständ­lich dazu­ge­hö­ren kön­nen.

Ein erwach­se­ner Nicht­schwim­mer kann eben­falls erfolg­reich schwim­men ler­nen. Die Schwimm­phy­sik wirkt auf jeden Men­schen, egal wel­chen Alters. Bewe­gungs­ab­lauf und Tech­nik der ein­zel­nen Schwimm­sti­le sind bei Erwach­se­nen iden­tisch zu denen der Kin­der.

Erwach­se­ne Nicht­schwim­mer sind jedoch oft gehemmt, weil Scham oder ande­re nega­ti­ve Emo­tio­nen sie dar­an hin­dern, das Schwim­men zu erler­nen. Was hier Abhil­fe schaf­fen kann, ist ein offe­nes Gespräch im fami­liä­ren Umfeld oder Freun­des­kreis und die pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung eines Schwimm­leh­rers.

Die Ein­tei­lung der Schwimm­ab­zei­chen ist wie folgt:

  • See­pferd­chen (Früh­schwim­mer­ab­zei­chen)
  • Pirat oder See­räu­ber
  • deut­sches Schwimm­ab­zei­chen Bron­ze (Frei­schwim­mer)
  • deut­sches Schwimm­ab­zei­chen Sil­ber
  • deut­sches Schwimm­ab­zei­chen Gold

Wich­tig: Unab­hän­gig vom Alter gilt, dass das Früh­schwim­mer­ab­zei­chen (See­pferd­chen) noch kein Nach­weis für siche­res Schwim­men ist. Wer bis­her nur das See­pferd­chen erwor­ben hat, muss wei­ter­hin inten­siv beim Schwim­men beauf­sich­tigt wer­den. Erst mit den Schwimm­ab­zei­chen Bron­ze, Sil­ber und Gold weist man nach, dass man sicher schwim­men kann – dabei ist es egal, ob es sich um ein Kind oder einen Erwach­se­nen han­delt.

Erwor­be­ne Kom­pe­ten­zen beim See­pferd­chen:

  • Kennt­nis der Bade­re­geln
  • Sprung vom Becken­rand mit anschlie­ßen­dem 25 Meter wei­tem Schwim­men in einer Schwimm­art in Bauch- oder Rücken­la­ge (Grob­form, wäh­rend des Schwim­mens in Bauch­la­ge erkenn­bar ins Was­ser aus­at­men)
  • Her­auf­ho­len eines Gegen­stan­des (z.B. klei­ner Tauch­ring) mit den Hän­den aus schul­ter­tie­fem Was­ser (Schul­ter­tie­fe bezo­gen auf den Prüf­ling)

Erwor­be­ne Kom­pe­ten­zen beim Pirat oder See­räu­ber:

  • Kennt­nis der Bade­re­geln
  • Sprung vom Becken­rand mit anschlie­ßen­dem 100 Meter wei­tem tech­nik­ge­rech­tem Brust­schwim­men
  • 5 Meter Stre­cken­tau­chen mit anschlie­ßen­dem Her­auf­ho­len eines Gegen­stan­des (z.B. klei­ner Tauch­ring) mit den Hän­den aus min­des­tens 1 Meter Was­ser­tie­fe

Erwor­be­ne Kom­pe­ten­zen beim Schwimm­ab­zei­chen Bron­ze:

  • Kennt­nis der Bade­re­geln
  • Sprung kopf­wärts vom Becken­rand und 15 Minu­ten Schwim­men. In die­ser Zeit sind min­des­tens 200 Meter zurück­zu­le­gen, davon 150 Meter in Bauch- oder Rücken­la­ge in einer erkenn­ba­ren Schwimm­art und 50 Meter in der jeweils ande­ren Kör­per­la­ge (Wech­sel der Kör­per­la­ge wäh­rend des Schwim­mens auf der Schwimm­bahn ohne Fest­hal­ten)
  • Ein­mal ca. 2 Meter Tief­tau­chen (aus­ge­hend von der Was­ser­ober­flä­che) mit Her­auf­ho­len eines Gegen­stan­des (z.B. klei­ner Tauch­ring)
  • Paket­sprung (kom­pak­te Spring­hal­tung mit ange­wi­ckel­ten Bei­nen) vom Start­block oder 1‑Me­ter-Brett

Erwor­be­ne Kom­pe­ten­zen beim Schwimm­ab­zei­chen Sil­ber:

  • Kennt­nis der Bade­re­geln
  • Kennt­nis­se zum Ver­hal­ten zur Selbst­ret­tung (z.B. bei Erschöp­fung oder Krämp­fen)
  • Sprung kopf­wärts vom Becken­rand und 20 Minu­ten Schwim­men. In die­ser Zeit sind min­des­tens 400 Meter zurück­zu­le­gen, davon 300 Meter in Bauch- oder Rücken­la­ge in einer erkenn­ba­ren Schwimm­art und 100 Meter in der jeweils ande­ren Kör­per­la­ge (Wech­sel der Kör­per­la­ge wäh­rend des Schwim­mens auf der Schwimm­bahn ohne Fest­hal­ten)
  • Zwei­mal ca. 2 Meter Tief­tau­chen (aus­ge­hend von der Was­ser­ober­flä­che), jeweils mit Her­auf­ho­len eines Gegen­stan­des (z.B. klei­ner Tauch­ring)
  • 10 Meter Stre­cken­tau­chen mit Absto­ßen vom Becken­rand im Was­ser
  • Sprung aus 3 Metern Höhe oder zwei ver­schie­de­ne Sprün­ge aus 1 Meter Höhe

Erwor­be­ne Kom­pe­ten­zen beim Schwimm­ab­zei­chen Gold:

  • Kennt­nis der Bade­re­geln
  • Kennt­nis­se zur Hil­fe bei Bade‑, Boots- und Eis­un­fäl­len (Selbst­ret­tung, ein­fa­che Fremd­ret­tung)
  • Sprung kopf­wärts vom Becken­rand und 30 Minu­ten Schwim­men. In die­ser Zeit sind min­des­tens 800 Meter zurück­zu­le­gen, davon 650 Meter in Bauch- oder Rücken­la­ge in einer erkenn­ba­ren Schwimm­art und 150 Meter in der jeweils ande­ren Kör­per­la­ge (Wech­sel der Kör­per­la­ge wäh­rend des Schwim­mens auf der Schwimm­bahn ohne Fest­hal­ten)
  • Start­sprung und 25 Meter Kraul­schwim­men
  • Start­sprung und 50 Meter Brust­schwim­men in höchs­tens 1:15 Minu­ten
  • 50 Meter Rücken­schwim­men mit Grätsch­schwung ohne Arm­tä­tig­keit (= spe­zi­el­le Schwimm­tech­nik) oder Rücken­kraul­schwim­men
  • 10 Meter Stre­cken­tau­chen aus der Schwimm­la­ge (ohne Absto­ßen vom Becken­rand)
  • Drei­mal ca. 2 Meter Tief­tau­chen (aus­ge­hend von der Was­ser­ober­flä­che), jeweils mit Her­auf­ho­len eines Gegen­stan­des (z.B. klei­ner Tauch­ring) inner­halb von 3 Minu­ten
  • Ein Sprung aus 3 Metern Höhe oder zwei ver­schie­de­ne Sprün­ge

Was­ser­be­wäl­ti­gung bedeu­tet, dass die Grund­fer­tig­kei­ten im Schwim­men wei­test­ge­hend vor­han­den sind und beherrscht wer­den. Kin­der kön­nen sich eigen­stän­dig aus einer Not­la­ge ret­ten, bei der sie z.B. rück­wärts aus einem Boot ins Was­ser gefal­len sind. Oder sie kön­nen so lan­ge wie ein See­stern bzw. „toter Mann“ mit aus­ge­streck­ten Armen und Bei­nen im Was­ser lie­gen, bis Hil­fe kommt.

Die Was­ser­be­wäl­ti­gung setzt die Was­ser­ge­wöh­nung vor­aus.

Am leich­tes­ten ler­nen Kin­der die Grund­fä­hig­kei­ten durch spie­le­ri­sche Akti­vi­tä­ten im Was­ser.

Zu die­sen Grund­fä­hig­kei­ten im Schwim­men zäh­len fol­gen­de Punk­te:

  • Atmen: Bewusst in das Was­ser bzw. unter Was­ser (aus)atmen
  • Glei­ten: Mit den Füßen kräf­tig absto­ßen (dyna­mi­scher Auf­trieb)
  • Tau­chen: Mit dem Gesicht unter Was­ser bewe­gen, bei geöff­ne­ten Augen
  • Sprin­gen: Ohne Hil­fe kon­trol­liert ins Was­ser sprin­gen
  • Schwe­ben: Flach auf dem Was­ser lie­gen (sta­ti­scher Auf­trieb)
  • Fort­be­we­gen: Ziel­ge­rich­tet im Was­ser von A nach B kom­men

Erst wenn ein Kind die­se Grund­fer­tig­kei­ten sicher beherrscht, sei­ne Fähig­kei­ten selbst ein­schät­zen und sich ohne Hilfs­mit­tel ziel­ge­rich­tet im Was­ser fort­be­we­gen kann, spricht man von der ers­ten Stu­fe des Schwim­mens.

Noch nicht was­ser­ge­wöhn­te Kin­der haben oft Angst vor Ver­schlu­cken oder Ertrin­ken, vor Was­ser in der Nase oder in den Augen. Sie sind bereits im steh­tie­fen Was­ser sehr unsi­cher und trau­en sich oft auch mit Schwimm­hil­fe nicht ins tie­fe Was­ser. Ursa­chen dafür kön­nen z.B. nega­ti­ve Erfah­run­gen, über­vor­sich­ti­ge Eltern oder feh­len­de Erfah­run­gen im Was­ser sein.

Um die­se Ängs­te abzu­bau­en, soll­ten Kin­der viel Zeit im Was­ser ver­brin­gen. So kön­nen sie das Ele­ment Was­ser und des­sen phy­si­ka­li­sche Eigen­schaf­ten wie Tem­pe­ra­tur, Wider­stand und Bewe­gung erspü­ren und die Reak­ti­on des eige­nen Kör­pers und der Gedan­ken dar­auf erfah­ren.
Die­se Pha­se kann oft lan­ge dau­ern, je nach­dem, wie stark die vor­han­de­nen Ängs­te aus­ge­prägt sind. Wich­tig ist, dass die Kin­der mit viel Geduld und ohne Druck von Eltern oder Schwimm­leh­rer beglei­tet und unter­stützt wer­den.

Nur so kön­nen sie in aller Ruhe ihre eige­nen Erfah­run­gen sam­meln und ver­ar­bei­ten. Je häu­fi­ger der spie­le­ri­sche Auf­ent­halt im Was­ser statt­fin­det, des­to ver­trau­ter wird Kin­dern das Was­ser, bis sie sich schließ­lich kom­plett dar­an gewöhnt haben. Was­ser­ge­wöh­nung ist zwin­gend erfor­der­lich und Vor­aus­set­zung für die Was­ser­be­wäl­ti­gung.

Kur­se zur Was­ser­ge­wöh­nung fin­den

Es ist immer bes­ser, Kin­der schon früh mit dem Ele­ment Was­ser ver­traut zu machen. So haben sie Zeit sich dar­an zu gewöh­nen und eine mög­li­che Scheu vor dem Was­ser abzu­bau­en. Am bes­ten pas­siert das spie­le­risch, etwa durch Ablen­kung und reiz­vol­le Auf­ga­ben, die den Kin­dern mit viel Geduld und Empha­tie gestellt wer­den. Dafür gibt es spe­zi­el­le Klein­kind­kur­se ab einem Alter von 3 Mona­ten und Eltern-Kind-Kur­se ab 2 bis 4 Jah­ren.

Ist der Pro­zess der Was­ser­ge­wöh­nung abge­schlos­sen, kön­nen die Kin­der mit dem Schwim­men­ler­nen begin­nen. Dazu gehört der Erwerb der Grund­fer­tig­kei­ten, ins­be­son­de­re dem Tau­chen und Aus­at­men unter Was­ser. Die­se bei­den Fähig­kei­ten ent­schei­den dar­über, ob das Kind künf­tig sicher und erfolg­reich schwim­men und/oder sich in einer Not­si­tua­ti­on pro­blem­los selbst ret­ten kann. Auch alle ande­ren Grund­fer­tig­kei­ten basie­ren auf dem Tau­chen und Aus­at­men unter Was­ser.

Wich­tig ist, dass jedes Kind indi­vi­du­el­le Vor­aus­set­zun­gen und Fähig­kei­ten zum Schwim­men mit sich bringt. Des­halb soll­ten Eltern und ein guter Schwimm­leh­rer das Kind dort abho­len, wo es der indi­vi­du­el­le Ent­wick­lungs­stand zulässt und das Kind auf sei­nem Weg zu einem siche­ren Schwim­mer mit viel Geduld und Empha­tie för­dern und for­dern.

Schwimm­kur­se für Kin­der fin­den